In der Coronavirus-Pandemie erleben wir alle Momente, die wir als belastend empfinden. In diesen Stresssituationen greifen manche Menschen vermehrt zu Alkohol. Dabei gibt es gute Gründe, gerade jetzt darauf zu verzichten.

Die Coronavirus-Pandemie stellt uns vor unterschiedliche Herausforderungen. Manche Menschen mussten sich mit Homeoffice arrangieren oder ihren Kindern beim Homeschooling zur Seite stehen. Andere sind von Arbeitslosigkeit bedrohtpexels-nathan-cowley-897817 oder betroffen. Einige Menschen leiden unter Vereinsamung, andere unter zu viel Enge Zuhause. Gerade in den kälteren Jahreszeiten, wenn wir wieder vermehrt Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, kann das zu Stresssituationen führen. Auch der Alkoholkonsum kann steigen. Dabei liefert uns die Coronavirus-Pandemie gute Gründe, Alkohol zu meiden.

Alkohol löst keine Probleme, hilft nicht gegen Stress und kann in die Abhängigkeit führen.

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre hinweg. Die Anzeichen für eine krankhafte Alkoholsucht sind jedoch klar erkennbar: Das Leben dreht sich zunehmend um die Droge Alkohol. Ohne Alkohol funktioniert nach und nach scheinbar immer weniger. Alkohol trinken ist das Wichtigste, andere Interessen werden vernachlässigt. Ein Leben ohne Alkohol ist kaum mehr vorstellbar.

Wer alkoholabhängig ist, plant die Tage so, dass er oder sie Alkohol trinken kann. Ein klarer Hinweis auf eine Abhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger oder gar nichts mehr zu trinken. Haben Alkoholabhängige einmal damit begonnen zu trinken, fällt es ihnen sehr schwer aufzuhören.

Eine beginnende Alkoholabhängigkeit ist geprägt von häufigem Denken an Alkohol, steigendem Konsum, Streitigkeiten in der Familie, nachlassende Leistungsfähigkeit, eventuelle Geldknappheit und Verlust der Lebensfreude. Wer sich frühzeitig entschließt, das Problem Alkohol ernst zu nehmen, hat gute Chancen, eine Abhängigkeit zu umgehen. Ob und wie stark Sie von einer drohenden Alkoholabhängigkeit betroffen sind, können Sie in dem nachfolgenden Link testen: www.selbsthilfealkohol.de/Portal/Home/SelfTest

Mögliche Entzugserscheinungen sind: Schlafstörungen, Schweißausbrüche, morgendliches Zittern, Brechreiz, Unruhe und Angst sowie depressive Verstimmungen. Hat man einmal angefangen zu trinken, ist es fast unmöglich wieder aufzuhören. „Filmrisse“ sind ebenfalls Zeichen für fortgeschrittene Alkoholabhängigkeit.

 Alkoholprobleme sind noch immer ein Tabu.

Alkoholprobleme sind in unserer Gesellschaft nach wie vor tabuisiert. Menschen auf ihren Alkoholkonsum anzusprechen, ist daher nicht einfach. Aber es ist nötig. Im Gespräch sollte man seine Sorge ausdrücken und Unterstützung anbieten. Vorwürfe und Vorhaltungen bringen nichts. Es erfordert Fingerspitzengefühl, das Gespräch so zu führen, dass Betroffene sich öffnen. Der erste wichtige Schritt im Kampf gegen die Sucht ist die eigene Einsicht in das Problem, die Bereitschaft zur Veränderung und die Zustimmung, Hilfe anzunehmen.

Hilfe und Unterstützung bekommen Personen zu suchspezifischen Fragen im Suchtberatungszentrum II vom AWO Kreisverband Magdeburg e.V. in Kooperation mit der Magdeburger Stadtmission e.V.. Trotz der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie sind Beratungen nach einer vorherigen Terminabsprache möglich.